Eine ziemlich verhagelte Freibad-Bilanz

Willi Lemke schreibt jeden Sonnabend im WESER-KURIER über Bremen. Heute erklärt er, weshalb Schwimmkurse für Kinder unverzichtbar sind - ob nun im Freibad oder bei dem Wetter lieber drinnen.

Die Sommerferien sind längst zu Ende. Aber hatten wir eigentlich schon einen richtigen Sommer? Da fallen mir sofort als ehemaliger Werder-Manager meine früheren Nachbarn im Stadionbad ein, die dort seit Jahrzehnten bei jeder Wetterlage das Bad bereit halten, um möglichst viele Besucher begrüßen zu können. Was passiert eigentlich in den Bädern, wenn die Wolken tief hängen, das Wasser zu kalt ist und auf den Liegewiesen niemand anzutreffen ist?

Auch dann werden die Bäder gepflegt, das Wasser aufbereitet und viele Veranstaltungen in der Hoffnung auf gutes Wetter vorbereitet.

Dabei fing in dieser Freibadsaison alles so gut an. Der Freibad-Start war in diesem Jahr bereits am 1. Mai, weil die Bädergesellschaft das 75-jährige Jubiläum feiert und aus diesem Grund alle Schwimmbegeisterten zu einem 75-Cent-Tag einlud. Auch das Freizeitbad Vegesack wurde nach der letztjährigen Bauphase mit einem Fest wieder eröffnet. Aber bei allen Veranstaltungen wie dem Wettrutschen, den Poolpartys und Ferienprogrammen war Petrus kein Freund des Schwimmvergnügens.

Kinder müssen unbedingt schwimmen lernen

Umso begeisterter bin ich von den Schwimmkursen, die in den Freibädern stattfanden. Wenn die Temperaturen mitspielten, wurden zahlreiche Ferienschwimmkurse durchgeführt und viele kleine Mädchen und Jungen haben noch vor dem Urlaub an der See ihre Abzeichen gemacht.

Auch als Bildungssenator habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass Kinder unbedingt schwimmen lernen müssen. Deshalb bin ich froh, dass viele Schwimmkurse in den Bädern angeboten werden. Das Angebot kann auch über den Bremen Pass gefördert werden. Kinder können so sicher am Gewässer spielen, haben die Eintrittsmöglichkeit zu Hallen- und Freibädern und werden von den Spielkameraden nicht ausgeschlossen. Im Bremer Bäder-Shop bei Karstadt-Sports können sich Eltern ausführlich beraten lassen.

Besonders hat es mich gefreut, als mir kürzlich eine Nachbarin von einem Schwimmmeister im Stadionbad berichtete, der spontan ihre Tochter angesprochen und ihr angeboten hatte, ihre Schwimmfertigkeiten zu verbessern. Das nenne ich vorbildlich. Mutter und Grundschulkind waren jedenfalls begeistert. Bei mäßigem Besucherandrang war das möglich. Diese Badegäste werden mit Sicherheit wiederkommen.

Apropos netter Schwimmmeister: unser ehemaliger Bundesligaspieler Kai Wenschlag aus unserer Europapokalsiegermannschaft von 1992 ist Kollege in Schüttdorf!

Eine sehr kalte und verregnete Saison geht zu Ende

Einem namhaften Profi, nämlich Franziska van Almsick, war es zu verdanken, dass im Freizeitbad Vegesack in diesem Sommer diverse Intensivschwimmkurse für Kinder angeboten wurden. Franzi hatte der Bädergesellschaft zum Jubiläum ein Sponsoring von 40 Kursen zugesagt, die nun zusammen mit Kinder(t)raum Bremen e.V. umgesetzt werden konnten.

Schwimmen bleibt also ein Thema in der Stadt, egal wie das Wetter auch wird. So an diesem Sonnabend. Der Saisonausklang wird noch einmal mit einem großen Familienfest begangen. Im Horner Bad wird mit Kinderanimation, Surf-Simulator, Hüpfburg und einer Poolnudel-Staffel für Spaß und Stimmung gesorgt. Eintritt nur 75 Cent, passend zum Jubiläum. Da lohnt sich der Besuch vor dem Werder-Spiel.

Aber leider war es das denn auch. Eine sehr kalte und verregnete Saison geht zu Ende. Die Freibadbilanz dürfte bei der Bädergesellschaft ziemlich verhagelt aussehen und die Verantwortlichen ziehen nun die Notbremse.

Morgen ist die letztmalige Gelegenheit, in diesem Jahr die Freibäder zu besuchen, mit Ausnahme des Stadionbades. Damit startet dann die Indoor-Saison. Schnappen Sie Ihre Kinder oder Enkelkinder und gehen mal wieder schwimmen. Schlechtes Wetter gilt dann nämlich als Ausrede nicht.

Foto: Petra Stubbe

Oroginalartikel: Weser Kurier

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